GGL fordert mehr Flexibilität bei der Glücksspielregulierung in Deutschland

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) fordert mehr Flexibilität für die Glücksspielregulierung in Deutschland. Zum fünfjährigen Bestehen ihrer Aufsichtstätigkeit argumentiert die Behörde, dass sich das Online-Glücksspiel schneller verändert als der Glücksspielstaatsvertrag angepasst werden kann. Über die Forderungen und die Bilanz berichtet Casino News Daily unter Berufung auf eine GGL-Mitteilung vom 22. September 2026.
Die GGL hat inzwischen rund 100 Mitarbeiter. Sie beaufsichtigt einen regulierten Markt mit 129 erlaubten Veranstaltern und Vermittlern, deren Erlaubnisse 229 genehmigte Glücksspiel-Websites abdecken.
Aufbau abgeschlossen, Aufsicht läuft
Ronald Benter, Mitglied des Vorstands der GGL, beschreibt den Aufbau der Behörde in der Mitteilung so: „Vor fünf Jahren gab es ein politisches Mandat. Heute gibt es eine voll arbeitsfähige, bundesweit zuständige Fachbehörde.“ Man habe Personal gewinnen, Strukturen und Fachwissen aufbauen und zugleich ein völlig neues Aufsichtsfeld in der Praxis gestalten müssen. „Heute verfügen wir über die Erfahrung, das Fachwissen und die technischen Möglichkeiten, um einen hoch digitalisierten Online-Glücksspielmarkt mit internationalem Charakter wirksam zu beaufsichtigen. Das ist der Ausgangspunkt für die nächste Entwicklungsstufe.“
Mehr Ermessen im bestehenden Rechtsrahmen
Die GGL will, dass die Evaluation des Glücksspielstaatsvertrags von 2021 prüft, wie die Regulierung schneller auf Veränderungen im Online-Bereich reagieren kann. Als Felder, in denen sich der Markt rascher bewegt als Gesetzgebungsverfahren, nennt die Behörde Geschäftsmodelle, Technologie und illegales Glücksspiel.
Die GGL will außerdem mehr fachliches Ermessen innerhalb des geltenden Rechts. Dieses Ziel will sie gemeinsam mit ihrem Verwaltungsrat verfolgen, in dem die Interessen der Bundesländer vertreten sind und der die Entwicklung der Behörde mitgestaltet. Wie die Länder die Vorschläge aufnehmen, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Untersagungsverfahren steigen von 68 auf 287
2025 führte die GGL mehr als 600 Aufsichtsprüfungen durch, unter anderem zu Spielerschutz, Werbung und Produktgestaltung. Seit Aufnahme des Betriebs hat sie zwei Erlaubnisse widerrufen.
Deutlich gewachsen ist die Verfolgung illegaler Angebote. Die Zahl der Untersagungsverfahren stieg von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025. Bis Ende 2025 prüfte die Behörde rund 6.300 Websites auf illegales Glücksspiel oder damit verbundene Werbung. Der Blick richtet sich dabei zunehmend auf Unternehmen, die mit illegalen Anbietern verbunden sind: Zahlungsdienstleister, Werbepartner, Affiliate-Netzwerke und Hosting-Unternehmen.
Nach Angaben der GGL waren Ende 2025 nach Untersagungen oder Netzsperren 1.843 illegale Websites aus Deutschland nicht mehr erreichbar. Maßnahmen gegenüber Zahlungsdienstleistern betrafen 178 Websites, 254 illegale Anbieter hatten bis Jahresende ihr Angebot für den deutschen Markt eingestellt.
77 Prozent des Marktes reguliert
Für 2024 nennt die Behörde eine Kanalisierungsquote von rund 77 Prozent des deutschen Online-Glücksspielmarkts und bezieht sich dabei auf eine wissenschaftliche Kanalisierungsstudie. Der nicht regulierte Rest bleibt für die GGL ein Grund, die Verfolgung illegaler Angebote fortzusetzen.
Zur Überwachung betreibt die Behörde das zentrale technische System LUGAS für Spielerschutz und Marktbeobachtung. Dessen Datenbanken enthielten Ende 2025 5,3 Millionen registrierte Spieler.
Offen ist, wann über eine Anpassung des Glücksspielstaatsvertrags entschieden wird. Die GGL verbindet ihre Forderung mit der laufenden Evaluation; konkrete Termine nennt die Mitteilung nicht.
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI aus den zitierten Quellen erstellt und vor der Veröffentlichung automatisch geprüft.
chat Kommentare
Melde dich an, um einen Kommentar zu hinterlassen
Mit Google anmeldenNoch keine Kommentare – sei der Erste, der seine Gedanken teilt!
